Weinsorten weltweit: Wo wird was angebaut?

Wir geben einen kleinen Überblick darüber, welche Weine wo bevorzugt wachsen.
Weinsorten

Nahezu auf der ganzen Welt wird Weinanbau betrieben. Dennoch verteilen sich die Weinvorkommen in den einzelnen Ländern ganz unterschiedlich: Während Frankreich, Spanien und Italien die absoluten Spitzenreiter sind, machen die Weine aus Tunesien, Albanien, Kasachstan, Peru und vielen anderen Ländern der Erde nur sehr geringe Anteile in der weltweiten Verteilung aus.

 Der Weltrebengürtel: Wo die guten Trauben wachsen

Trauben in der SonneUm reifen zu können, brauchen Trauben Wärme. Ein feingeschmacklicher Wein kann aber nur dann entstehen, wenn auch kühle Temperaturen herrschen, denn sie sind es, die die Zuckerentwicklung in den Trauben verlangsamen und die Weine dadurch nicht zu schwer und alkoholisch werden lassen. Gleichzeitig wird weniger Säure abgebaut – das Element eines Weines, das ihm Eleganz verleiht. Neben den richtigen Temperaturen benötigen die Weinreben auch genügend Niederschlag.

Diese Voraussetzungen sind in den gemäßigten Zonen der Erde gegeben: Im europäischen Raum liegen diese Zonen zwischen dem 40. und 50. Breitengrad, in Amerika und auf der südlichen Halbkugel zwischen dem 30. und 40. Breitengrad. Diese Zonen ergeben den sogenannten Weltrebengürtel, also den Bereich, in dem mit Abstand die meisten Rebsorten gedeihen.

Ein Teil der Weinbestände wird auch nördlich des Rebengürtels angebaut: So wächst ein Teil der Weine aus dem Mosel- und dem Rheingebiet sowie der Wein aus dem englischen Cornwall am 51. Breitengrad. Einige südeuropäische, die nordafrikanischen und weiteren Weinregionen liegen am 36. Breitengrad. Dort ist es wärmer als in den gemäßigten Zonen und aufgrund dessen werden in diesen Regionen hauptsächlich schwere, alkoholreiche Weinsorten wie Sherry oder Marsala und rote Verschnittweine.

Der mit Abstand größte Teil der weltweiten Weinsorten stammt aus Europa, deutlich weniger Wein wird in Amerika angebaut und in Asien, Australien, Neuseeland und Afrika fällt der Anteil noch sehr viel geringer aus.

 Europäische Weine

WeinbergDie meisten Weine werden im europäischen Raum angebaut. Frankreich liegt im weltweiten Ranking auf dem ersten Platz, dicht gefolgt von Italien und Spanien. Daher stammen auch die traditionellen Weinsorten aus diesen Ländern, aber auch aus Deutschland.

  • Frankreich

Die französischen Weine werden nach der Stadt oder Region benannt, aus der sie stammen. Insgesamt hat Frankreich fünfzehn Weinregionen vorzuweisen, sechs davon sind für die Weinerzeugung besonders bedeutsam:

  1. Bordeaux

Die Rotweine dieses Anbaugebietes werden aus den besten Jahrgängen der Traubensorten Cabernet-Sauvignon, Merlot, Malbec, Petite-Verdot und Carbernet-Franc gewonnen. Die Weißweine entstehen hauptsächlich aus der Sauvignon-Blanc-Traube. Der Anteil an Weinsorten in Spitzenqualität ist in Bordeaux höher als in jeder anderen Region Frankreichs.

  1. Burgund

Aus Burgund stammen Weißweine, die aus den Trauben von Chardonnay und Aligoté gewonnen werden. Für die Rotweine dieser Weinregion verwendet man insbesondere Gamay und Pinot Noir.

  1. Champagne

Die Champagne war die weltweit erste Weinbauregion, die Schaumwein in großen Mengen hergestellt hat. Hier werden Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier verschnitten. Champagner reift, wie andere Sektsorten auch, mit Hefe in der Flasche, doch nur Produkte aus dieser Weinregion dürfen auch so genannt werden.

  1. Elsass

Dass Elsass einst zu Deutschland gehörte, macht sich auch in den Weinen dieser Region bemerkbar, denn sie vereinen die Eigenschaften beider Länder: Sie sind fruchtig und zugleich kräftig und geradlinig im Geschmack. Für die Herstellung werden vor allem Riesling und Gewürztraminer verwendet.

  1. Loire

Die Weinregion Loire stellt vorwiegend Weißweine aus Trauben von Chenin-Blanc und Sauvignon-Blanc her, aber auch Rosé- und Rotweine.

  1. Rhône

Die vollmundigen Rotweine aus Rhone werden oftmals aus einem Verschnitt von mehr als zehn verschiedenen Traubensorten gekeltert.

  • Italien

In Italien werden die Weine nach der Traubensorte oder der Stadt benannt, in deren Nähe die Trauben wachsen. Wein gehört in Italien zum alltäglichen Leben, was sich in der stolzen Anzahl von 21 Weinanbauregionen bemerkbar macht.

  1. Piemont

Die häufigsten Rebsorten in Piemont sind Nebbiolo und Barbera. Typische Weine aus Piemont sind der Barolo und der Barbaresco.

  1. Toskana

Die Toskana ist das berühmteste Weinanbaugebiet Italiens. Die Hauptrebsorte ist der Sangiovese. Typische Weine der Toskana sind der Chianti, Brunello di Montalcino und der Vino Nobile de Montepulciano.

  • Spanien

Alella

Vineyards of the Alella wine region near the Mediterranean Sea in Catalonia, Spain

Gemessen an dem Umfang seiner Rebflächen, ist Spanien das größte Weinbauland der Erde, kommt durch die Produktionsmenge im weltweiten Ranking aber erst hinter Frankreich und Italien. Das Klima ist in vielen Teilen des Landes zu trocken für große Traubenerträge.

  1. Rioja

Rioja-Rotwein wird aus den Trauben Tempranillo, Garnacha Tinta, Graciano und Mazuelo gewonnen. Die Weißweine dieser Region enthalten vor allem die Sorte Viura, die mit Garnacha Blanca und Malvasia verschnitten wird.

  1. Valdepenas

Neben Rioja ist Valdepeñas eines der wichtigsten Weinanbaugebiete Spaniens. Der Tempranillo heißt hier Cencibel. Die bekannteste weiße Traubensorte in Valdepeñas ist die Airen.

  • Deutschland

Mosel PanoramaIn Deutschland gibt es dreizehn Weinbauregionen, nach denen die Weine auch benannt werden. Die meisten Weinerzeugnisse stammen aus den folgenden fünf Regionen:

  1. Baden

In Baden werden jährlich rund 1,3 Millionen Hektoliter Wein erzeugt. Es ist nicht nur das drittgrößte, sondern auch das südlichste Weinanbaugebiet Deutschlands. Die wichtigste Rebsorte ist der Spätburgunder. Als einziges deutsches Weingebiet gehört es zur Weinbauzone B der Europäischen Union.

  1. Mosel

Das Moselgebiet, das bis zum Jahr 2006 noch Mosel-Saar-Ruwer hieß, ist ein Weinbaugebiet im Tal der Mosel mit den Nebentälern von Saar und Ruwer, das jährlich rund 1,4 Millionen Hektoliter Wein erzeugt. So verschieden die geologisch-geografischen und kleinklimatischen Gegebenheiten dieser Region sind, so unterschiedlich sind die Weine. Das macht sich auch in den verschiedenen Eigenschaften der Rebsorten bemerkbar: Während der Riesling aufgrund seiner Süße und Säure als sehr frisch empfunden wird, sagt man dem Pinot Noir einen eher störrischen Charakter nach. Der Rebsaft des Elblings gilt als schlank und spritzig, der Weißburgunder zeichnet sich wiederum durch Frische aus.

  1. Pfalz

In der Pfalz wird jedes Jahr etwa 1,6 Millionen Hektoliter Wein produziert. Von der Anbaufläche her, ist die Pfalz Deutschlands zweitgrößtes Weingebiet. Der Großteil der Anbaufläche verläuft beidseitig der Deutschen Weinstraße. Die Qualitätsweine aus dieser Region werden als Pfalzweine bezeichnet.

  1. Rheinhessen

Rheinhessen ist mit rund 2,6 Millionen Hektolitern Wein pro Jahr der absolute Spitzenreiter und flächenmäßig das größte Weinanbaugebiet in Deutschland. Der Anteil der Weißweine liegt in dieser Region deutlich über dem Anteil an Rotweinen (Verhältnis etwa 70:30).

  1. Württemberg

In der Weinregion Württemberg belaufen sich die jährlichen Weinerzeugnisse auf etwa eine Million Hektoliter. Besonders bekannt ist Württemberg für seine Rotweinlagen, am häufigsten sind die Rebsorten Trollinger und Riesling. Seit Oktober 2004 führt die Württemberger Weinstraße durch das Gebiet.

Amerikanische Weine

In den Vereinigten Staaten und Südamerika werden viele Weine produziert. Gerade die USA liegen seit dem Boom in den 70er Jahren im weltweiten Ranking weit vorne.

  • USA

Viele der Weinsorten aus den USA werden aus den gleichen Rebsorten hergestellt wie die französischen Weine. So gibt es auch hier Cabernet Sauvignon, Merlot und Pinot Noir als Rotweine. Der US-amerikanische Zinfandel ist genetisch mit dem italienischen Primitivo identisch. An Weißweinen hat die USA Chardonnay und Sauvignon Blanc zu bieten.

  • Südamerika

In Südamerika konzentriert sich der Weinanbau auf Chile und Argentinien, wo es jeweils mehrere Weinregionen gibt. Im mediterranen Klima Chiles gedeihen viele Rebsorten wie etwa Cabernet Sauvignon, Malbec, Merlot, Pinot, Riesling, Semillon und Loca Blanca.

In Argentinien werden außerdem die Traubensorten Syrah, Criolla, Tempranillo, Sangiovese und Barbera angebaut.

 Weine aus Südafrika

Weinbau Südafrika

Vineyards with mountains in the background near Stellenbosch in South Africa.

In der Provinz Westkap im Südwesten werden die südafrikanischen Weine angebaut, da hier die klimatischen Bedingungen sehr gut sind: Es ist vorwiegend sonnig und warm, aber nur selten heiß. Neben der südafrikanischen Rebsorte Pinotage werden vor allem Chardonnay, Chenin Blanc, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir zur Weinherstellung verwendet.

Rebsorten in Australien und Neuseeland

Australien und Neuseeland haben ebenfalls einige Weinregionen vorzuweisen. Die Weißweine Neuseelands gelten sogar weltweit als echter Geheimtipp.

  • Australien

Weine werden in Australien hauptsächlich in südlichen Regionen angebaut, also in Victoria, New South Wales, South Australia. Aber auch in Western Australia und Tasmanien herrschen gute klimatische Bedingungen für den Weinanbau. Zu den häufigsten Rebsorten Australiens gehören Cabernet Sauvignon, Shiraz, Pinot Noir und Chardonnay.

  • Neuseeland

In Neuseeland wird hauptsächlich Weißwein produziert, aus Trauben wie Chardonnay, Sauvignon Blanc, Riesling und Gewürztraminer. Rotweine werden aus Shiraz, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir gewonnen. Die größten Weinanbaugebiete sind Marlborough, Poverty und Hawkes Bay.

Bilder:

Abbildung 1: Fotolia.com © Floydine # 167135332

Abbildung 2: Fotolia.com © pit24 # 168125035

Abbildung 3: Fotolia.com © Thierry RYO # 122271805

Abbildung 4: Fotolia.com © hansgeel # 182424101

Abbildung 5: Fotolia.com © mh90photo # 100170164

Abbildung 6: Fotolia.com © sara_winter # 145705892

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