Folge 58: Grauburgunder

Grauburgunder ist eine Rebsorte aus der Burgunderfamilie. Er ergibt in der Regel einfache Weine und deswegen ist er beliebt, bei ambitionierten Weintrinkern aber verpönt. 

Grauburgunder erlebt einen Boom in Deutschland. Auch Durchschnittsweintrinker haben mittlerweile verinnerlicht, dass der stets leckere Pinot Grigio aus Italien aus einer Rebsorte stammt, die hierzulande unter dem Namen Grauburgunder wächst und regelmäßig bessere Weine für nur unwesentlich mehr Geld liefert. Manche Weinkenner rümpfen allerdings die Nase über den Grauburgunder, da er kaum richtig große Weine hervorbringt. Das macht ihn auch zu einem Heimatvertriebenen.

Grauburgunder – Rebsorte im Exil

Der Grauburgunder stammt vermutlich aus einem der beiden großen Anbaugebiete des Spätburgunder: der Champagne oder dem Burgund. Vergleichende Untersuchungen an existierenden Pflanzen sind schwierig (Champagne) bis unmöglich (Burgund), denn der Grauburgunder ist im Burgund als Rebsorte nicht mehr zugelassen. Er wächst dort nicht mehr. In der Champagne ist der Grauburgunder für die Schaumweinproduktion zugelassen. Er wächst aber nur auf knapp einem Hektar – von 34.000 Hektar im Gebiet. Grauburgunder liefert nicht so ansprechende Schaumweine wie die Hauptrebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier oder Chardonnay. Deswegen spielt er in der Champagne keine Rolle mehr. In jedem Fall ist Grauburgunder eine Mutation des Spätburgunders.

Grauburgunder ist anspruchslos, was den Boden angeht. Er wächst auch dort, wo es anderen Rebsorten zu fruchtbar ist (Reben mögen es normalerweise gerne karg). Charakteristisch ist die Farbe seiner Trauben. Die geht im Endstadium der Reife deutlich ins dunkelrote mit gräulich-matten Reflexen. Der Farbstoff in der Schale reicht nicht aus um einen Rotwein zu machen. Nach Rotwein-Art hergestellter Wein wird maximal dunkler Roséwein, tendiert sogar eher ins schmutzig-braune. Diese Art von Rosé darf in vielen Ländern nicht produziert werden.

Was für Weine gibt es?

Grauburgunder Pinot GrigioSchaumweine aus Pinot Gris, wie die Rebsorte in Frankreich genannt wird, sind eher selten, denn sie hat zu wenig Säure. Orange Wine gibt es wenige. Die zusätzlichen Gerbstoffe machen eigentlich den Mangel an Säure wett und das wäre eine gute Voraussetzung für Maischegärung – die Farbe ist aber das Problem. Also bleibt regulärer Wein – Weißwein mit milder Säure und eher breiten Schultern. Große Grauburgunder gibt es nur sehr wenige. Immerhin ist die Rebsorte vom VDP als Großes Gewächs in einigen Teilverbänden zugelassen und auch im Elsass finden sich einige edle Grand Crus. Diese sind nicht selten alkoholstark und halbtrocken. Edelsüße Weine sind selten, aber einigermaßen regelmäßig zu finden.

Kommentare (5)

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Wilhelm Joachim
04. Februar 2021 um 12:55
Danke für die schnelle Antwort. Beim Begriff Webweinschule dachte ich an Pädagogik, die Vermittlung von Wissen und Können sowie eine Wertevermittlung. Ich werde Ihrer Bitte entsprechen und nicht weiter schauen und die Trennung unserer Wege annehmen.
Wilhelm Joachim
03. Februar 2021 um 18:50
Hallo Frau Schröder, hallo Herr Bodmann, mit großem Interesse habe ich bisher die Videos in Ihrem Weinkurs Teil 1 und auch im Weinkurs Teil 2 bis zur Folge 57 angesehen und war begeistert. Die Folge 58 Grauburgunder hat mich dann doch sehr überrascht. Herr Bodmann, das was Sie da in Ihrem Verhalten abgeliefert haben war mehr als lächerlich und beschämend, Kindergarten geht anders. Ich hätte mir eine sachliche und fachliche Bewertung wie bisher gewünscht. Bin echt am überlegen, ob ich mir weitere Videos anschaue. Für eine derartige Präsentation ist mir die Zeit zu schade.
Felix
03. Februar 2021 um 19:34
Bitte schauen Sie nicht weiter. Wir begrüßen es sehr, wenn sich unsere Wege hier trennen.
Harald Krisa
21. Dezember 2020 um 19:41
Liebe webweinlehrer, auch ich habe den Grauburgunder jahrelang gemieden, obwohl ich ihn in diversen Weingütern immer wieder verkostet habe, weil ich das nussige, etwas muffig dumpfe Bukett nicht leiden konnte. In den letzten ca. fünf Jahren hat sich, wie mir auch mehrere Winzer bestätigen konnten, die Stilistik bei den meisten Weinen eher zur Frische und Fruchtigkeit verändert. Seither gehört er wieder zu meiner Kellerfamilie dazu, aber ist eher zu den weiter verwandten Mitgliedern zu zählen. Harald Kris
Felix
23. Dezember 2020 um 17:14
Die Frische muss er aber natürlich auch erst mal bringen. Wir mögen Grauburgunder auch sehr gern, wenn er frisch ist und besonders frisch gelingt er am Mittelrhein, im Ahrtal, an der Mosel, der Nahe (insbesondere Guldenbachtal) und in Franken. Das ist zumindest unsere Wahrnehmung in den letzten Jahren.
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