Folge 60: Gewürztraminer & Muskateller

Gewürztraminer und Muskateller gehören zur Familie der Bukettsorten. Beide Rebsorten duften intensiv. Sie zeigen aber auch geschmackliche Besonderheiten und es lohnt sich, sich mit ihnen zu beschäftigen.

Gewürztraminer und Muskateller gehören nicht im biologischen Sinne zu einer gemeinsamen Untergruppe der Weinpflanze. Es ist nur ein allgemeiner Brauch, sie als Bouquet- oder Bukettsorten zu bezeichnen. Damit sind Weißwein-Rebsorten gemeint, die intensiv würzig oder blumig duften. Neben Traminer und Muskateller zählen manche Menschen auch Müller-Thurgau, Sauvignon Blanc oder Scheurebe dazu.

Gewürztraminer – nur eine Unterart

GewürztraminerGewürztraminer gehört zur Familie der Traminer-Reben. Die besteht aus dem gelben/roten, rosa und weißen Traminer. Weißer Traminer ist besser als Savagnin bekannt. In Teilen der Schweiz heißt er Heida. Der rosafarbene heißt meist Savagnin rosé. Roter und gelber Traminer werden hingegen meist als Gewürztraminer bezeichnet. Nur der Gewurz (wie Amerikaner den Wein gerne nennen) ist deutlich parfümiert in der Nase, Savagnin nur ein bisschen.

Der Traminer ist quasi eine der europäischen Ur-Reben. Er ist Elternteil von gefühlt der Hälfte unserer heutigen Rebsorten. Der Name stammt vom oberitalienischen Städtchen Tramin, wo die Sorte schon seit 1000 Jahren eine gewichtige Rolle spielt.  Gewürztraminer ist auf der ganzen Welt verbreitet: von Amerika bis Österreich, von den Golanhöhen bis nach Neuseeland. Die größte Konzentration an Gewürztraminer gibt es mit 3000 Hektar im Elsass. Danach kommen Deutschland und Australien mit jeweils knapp unter 1000 Hektar.

Muskateller – die süße Weltmacht

Auch Muskateller ist ein Sammelbegriff. Er fasst noch weiter, gilt sogar auch nicht miteinander verwandte Trauben. Sogar einige Tafeltrauben tragen den Namen, wie die  berühmte Gewächshaustraube Muscat de Hambourg. Beim Wein handelt es sich aber um den gelben Muskateller. Den bezeichnet man in vielen Teilen der Welt französisch als Muscat blanc à petits grains. In Italien heißt er Moscato. Vom Muskateller gibt es deutlich mehr Rebbestand auf der Welt, über 30.000 Hektar. Er wächst vor allem im Piemont auf über 9000 Hektar für den Moscato und Asti Spumante, in Frankreich auf 7000 Hektar als Verschnittpartner in einer Unzahl Süßwein-Appellationen. Es gibt kaum eine Süßweincuvée, in der nicht auch Muskateller steckt. Deswegen finden wir ihn auch in Ungarn als Teil des Tokajer oder Südafrika im süßen Constantia. In Deutschland steht Muskateller allerdings nur auf 190 Hektar.

Bukettsorten: Was für ein Duft!

Muskateller MoscatoDas Besondere an Gewürztraminer und Muskateller ist zunächst der Duft. Beim Traminer findet man eine ausgeprägte Rosen-Note. Beim Muskateller ist es Muskatnuss. Rosen finden sich auch im Geschmack – in Form von Rosenwasser. Dazu kommen Bitterorange/Kumquat und Litschi. Richtig trockener Gewürztraminer erinnert geschmacklich nur wenig an Wein, wie man ihn normalerweise kennt. Litschi taucht auch beim Muskateller regelmäßig in Beschreibungen auf. Dazu schmeckt er häufig nach Weintrauben. Das ist etwas Besonderes, denn die meisten Weine bewahren kaum ursprüngliche Aromen der Trauben. Durch Gärung und Veresterung verändern sich die ursprünglichen Aromen der Traube. Außer mit spektakulärer Aromatik fällt der Gewürztraminer auch dadurch auf, dass er extrem viel Zucker bildet und nur wenig Säure in der Traube bunkert. Vollreife Trauben ergeben sehr alkoholstarke und säurearme Weine.

Beide Rebsorten eignen sich für alle Arten von Wein. Sogar Sekt gibt es von Bukettsorten. Berühmt sind die süßen Perl- und Schaumweine Moscato d’Asti und Asti Spumante. Dazu komen schwere und leichte trockene und halbtrockene Weine. Lediglich Muskateller aus dem Barrique gibt es so gut wie gar nicht. Wenn Ihr ein paar Tipps sucht, was man mal getrunken haben sollte, so findet Ihr die im Video.

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