Folge 30 3/4: Was wollen wir trinken?

Immer wieder werden wir gefragt: Habt Ihr nicht ein paar Weinempfehlungen als Begleitung für den Weinkurs? Hier kommen sie: als Video, als Tabelle und sogar als Weinpaket. 

‚Wir schreiben niemandem vor, was er zu trinken hat‘ ist ein Versprechen, welches wir gleich zu Anfang unseres Weinkurses geben. Und jetzt das: eine Liste von zwölf Weinen, die ‚man‘ mal getrunken haben muss? Das ist doch ein Widerspruch!

Flüssige Fortbildung – Weinkurs in 12 Flaschen

Nein, wir bleiben uns treu. Jeder trinkt, was er will. Doch es gibt Weine, die bestimmte Eigenschaften so ausgeprägt besitzen, dass sie besser als andere helfen, den eigenen Geschmack zu definieren. Wer wissen will, wie er zu Säure steht, kann das herausfinden auch ohne je einen Riesling zu trinken. Nach dem Genuss von einem guten trockenen und einem guten feinherben aus nicht zu warmen Jahren, weiß er das aber besser als nach dem Genuss von zehn beliebigen anderen Weißweinen. Also präsentieren wir erstmals eine Liste: Zwölf Weine, deren Verkostung hilft den eigenen Geschmack zu definieren. Am besten klappt das natürlich in Kombination mit den Videos der Webweinschule. Um Genuss geht es dabei nur in zweiter Linie. Wer am Ende begeistert ausruft: ‚Das waren zwölf tolle Weine‘, der weiß deutlich weniger über seinen eigenen Geschmack als derjenige, der bilanziert, dass ihm sechs der Weine sehr gut, vier weniger und zwei überhaupt nicht gefallen haben.

Mit der Liste unten könnt Ihr beim Händler Eures Vertrauens Weine für den flüssigen Weinkurs kaufen. Für viele bequemer dürfte es allerdings sein die Weine über uns zu beziehen. Zum einen hat Anja für Euch zwölf Weine zusammengestellt, die dieser Liste entsprechen. Ihr könnt diese bei Planet Wein am Gendarmenmarkt kaufen. Zum anderen haben wir für alle Nicht-Berliner mit unseren Freunden von K&M Gutsweine ein Online-Paket geschnürt. Es ist im Webshop von K&M erhältlich, oder auch direkt in den beiden Frankfurter Filialen von K&M.

Die Pakete kommen mit einem eigenen Booklet, das noch zusätzliche Informationen wie weiterführende Weine und Empfehlungen für Speisebegleitungen enthält. Mehr Infos zum Paket gibt es auch auf der Seite Weinpaket der Webweinschule.

 

Wein 1: Müller-Thurgau/Rivaner

Der erste Wein ist ein einfacher Weißwein, Kategorie Zechwein in unserer Einteilung aus Folge 5.

Rebsorte: Müller-Thurgau/Rivaner (ist das gleiche)
Herkunft: irgendeines aus Deutschland
Weinkurs RieslingEigenschaften/Um was Ihr euren Weinhändler bitten solltet: Ich hätte gerne einen einfachen, trockenen Rivaner.
Worauf Ihr beim Trinken achtet: Auf die blumige Nase und die leichte Muskatnote, auf die Leichtigkeit, auf die Abwesenheit von störenden Extremen
Wenn er Euch schmeckt: Glückwunsch, Ihr habt einen ersten Wein für jeden Tag gefunden. Wenn Ihr Spargel mögt, probiert ihn dazu.
Wenn er Euch nicht schmeckt: Entweder Ihr lasst das mit den Zechweinen sein oder Ihr besorgt Euch einen Soave Classico aus Norditalien. Wenn der auch nicht mundet, lassen wir die weißen Leichtweine erst mal links liegen.
Welche Folge schaut Ihr dazu? 12 und 17

 

Wein 2: Trockener Riesling

Der zweite Wein ist ein etwas schwerer Weißwein mit etwas mehr Druck als der Müller-Thurgau.

Rebsorte: Riesling
Herkunft: Deutschland, bevorzugt Nahe, Pfalz, Rheinhessen, Rheingau
Eigenschaften/Um was Ihr euren Weinhändler bitten solltet: Ich hätte gerne einen trockenen Gutsriesling oder Riesling Ortswein eines überdurchschnittlichen Erzeugers mit typischer Säure.
Worauf Ihr beim Trinken achtet: Die Säure und das Spiel.
Wenn er Euch schmeckt: Willkommen in unserer Welt. Wenn Euch Riesling schmeckt (und Ihr die Säure vertragt), dann lebt Ihr genau im richtigen Land. Die Entdeckungsreise wird lang und aufregend sein. Probiert als nächstes einen einfachen Riesling aus der Literflasche (möglichst von einem guten Winzer) sowie einen Riesling der Oberklasse (Auslese trocken oder Großes Gewächs)
Wenn er Euch nicht schmeckt: Kein Beinbruch, wir finden schon noch den richtigen Wein für Euch. Ist es die Säure, die Euch stört? Dann schiebt Riesling auf die lange Bank, aber probiert noch den zweiten Riesling aus dieser Liste.
Welche Folge schaut Ihr dazu? 9, 12, 16, 24

 

Wein 3: Riesling feinherb

Der dritte Wein ist ein nicht ganz trockener Riesling. Er zeigt, wie trocken vermeintlich süße Weine schmecken können, wenn die Säure stimmt.

Rebsorte: Riesling
Herkunft: Deutschland, bevorzugt Mosel
Eigenschaften/Um was Ihr euren Weinhändler bitten solltet: Ich hätte gerne einen halbtrockenen oder feinherben Riesling, entweder Gutswein oder Kabinett aus einem nicht zu warmen Jahrgang.
Worauf Ihr beim Trinken achtet: Auf das Süße-Säure-Spiel. Achtung: auf keinen Fall zu warm trinken, dann geht das Spiel sehr schnell verloren.
Wenn er Euch schmeckt: Herzlich Willkommen in der Welt der halbtrockenen und süßen Weine. Ihr lebt im besten Land der Erde für diese Geschmacksrichtung. Eine lange Entdeckungsreise liegt vor Euch mit lauter Weinen, die äußerst bezahlbar sind.
Wenn er Euch nicht schmeckt: Überprüft Euer Urteil alle paar Jahre, denn die Einstellung zu Restsüße ändert sich bei vielen Weintrinkern mit der Zeit. Für jetzt bleibt Ihr bei trocken.
Welche Folge schaut Ihr dazu? 16, 24, 29

 

Wein 4: Sauvignon Blanc

Der vierte Wein ist ein klassischer, weißer, internationaler Rebsortenwein mit etwas Gerbstoff.

Rebsorte: Sauvignon Blanc
Herkunft: Südafrika, Frankreich (bevorzugt von der Loire), Österreich (bevorzugt Steiermark)
Eigenschaften/Um was Ihr euren Weinhändler bitten solltet: Ich hätte gerne einen Sauvignon Blanc, ohne Holzfassausbau und keine Kellereiware (letzteres bezieht sich vor allem auf einen möglichen Südafrikaner, wo Ihr auf den Hinweis ‚Estate Bottled‘ achtet), am besten mit den typisch grün-grasigen Noten dieser Rebsorte.
Worauf Ihr beim Trinken achtet: Auf die knackige Säure (die etwas weicher als beim Riesling ausfallen dürfte) und die grasige Note.
Wenn er Euch schmeckt: Dann vertieft das Thema Sauvignon Blanc mit einem Sancerre oder einem Pouilly Fumé. Ihr mögt es knackig und wenn der Riesling zu viel war, dann markiert der Sauvignon Blanc vermutlich die Grenze. Wenn Ihr beide mochtet, dann wisst Ihr schon etwas über Euren Geschmack: Ihr schätzt Säure und Frische.
Wenn er Euch nicht schmeckt: Wenn Ihr sowohl den Riesling als auch den Sauvignon Blanc nicht mochtet, ist Säure vermutlich nicht so Euer Ding. Wenn nur der Sauvignon Blanc euer Missfallen erweckte, mögt Ihr die grasigen Noten und den leichten Gerbstoff im Weißwein vermutlich nicht (sogenannte Methoxypyrazine, die vor allem im Sauvignon Blanc auftauchen, wenngleich nicht in jedem).
Welche Folge schaut Ihr dazu? 14, 22

 

Wein 5: Chardonnay Edelstahl

Der fünfte Wein ist ein weiterer weißer internationaler Rebsortenwein. Er entwickelt seine ganze Lehrwirkung erst, wenn Ihr ihn mit Wein 6 parallel verkostet.

Rebsorte: Chardonnay
Herkunft: Beliebig
Eigenschaften/Um was Ihr euren Weinhändler bitten solltet: Ich hätte gerne einen Chardonnay aus dem Stahltank, keinen Landwein der einfachsten Art aber auch kein übertrieben teures Geschoss.
Worauf Ihr beim Trinken achtet: Auf den ausgewogenen Mix aus Frucht, Säure, Körper, die unkomplizierte Art, die aber keinesfalls simpel oder langweilig wirkt. Allerdings geht es bei diesem Wein vor allem um den Vergleich mit Wein 6.
Wenn er Euch schmeckt: Dann befindet Ihr euch in bester Gesellschaft: Viele Weintrinker, denen Wein 1 zu leicht und 2 und 3 zu knackig ist, schätzen die Balance dieses Weines. Vermutlich mögt Ihr Weine mit mittlerem Körper und moderatem Alkohol. Probiert mal einen Viognier und die in Deutschland populäre Cuvée aus Weißburgunder und Chardonnay.
Wenn er Euch nicht schmeckt: Wenn Euch bis hierher gar kein Weißwein geschmeckt hat, seid Ihr womöglich reine Rotweintrinker. Gebt Wein 6 noch eine Chance, der ist stilistisch völlig anders. Wenn Ihr eher dem Riesling oder Sauvignon Blanc zugeneigt wart, könnt Ihr mit Fug und Recht von euch sagen: Weißwein muss für mich knackig sein.
Welche Folge schaut Ihr dazu? 15, 25

 

Wein 6: Chardonnay Holz

Der sechste Wein ist der gehaltvollste Weißwein unserer Testreihe. Er geht stilistisch in Richtung der fetten Schnecke aus Folge 5, wenngleich wir eine Nummer kleiner starten.

Rebsorte: Chardonnay
Herkunft: Frankreich (Burgund) oder Neue Welt
Eigenschaften/Um was Ihr euren Weinhändler bitten solltet: Ich hätte gerne einen Chardonnay mit Holzfass-Einfluss, möglichst nicht 100% Neuholz aber bitte spürbare Holz-Noten. (Der Preis dafür wird zweistellig werden.)
Worauf Ihr beim Trinken achtet: Auf das im Vergleich zu Wein 5 deutlich andere Mundgefühl: Versteht Ihr, warum Weinfreaks Worte wie ‚buttrig‘ oder ‚ölig‘ verwenden? Achtet auch auf die Unterschiede in der Aromatik: Nussige, buttrige oder tatsächlich holzige Aromen kommen dazu.
Wenn er Euch schmeckt: Dann wird Eure Weintrinkerkarriere deutlicher am Portemonnaie säbeln als Euch vielleicht lieb ist. Kauft euch einen etwas gereiften, klassifizierten Weißwein (= Premier Cru oder Grand Cru) aus dem Burgund und einen deutschen Weißen aus dem Holzfass (zum Beispiel ein Weißburgunder Stückfass von Dönnhoff von der Nahe oder eine Weißburgunder Spätlese trocken ‚trio‘ von R&C Schneider aus Baden), außerdem einen Chardonnay mit 100% neuem Holz aus Südafrika.
Wenn er Euch nicht schmeckt: Gebt dem Holz irgendwann eine zweite Chance aber für jetzt bleibt bei den Weißen aus dem Stahltank oder den großen, ‚weingrünen‘ Fässern.
Welche Folge schaut Ihr dazu? 11, 18, 20

 

Wein 7: Rosé

Der siebte Wein ist ein Rosé. Wir starten mit einem eher gehaltvollen, klassischen, französischen Rosé. Die Rebsorte spielt eine untergeordnete Rolle. Er soll trocken und gehaltvoll sein.

Rebsorte: Egal
Herkunft: Frankreich.
Eigenschaften/Um was Ihr euren Weinhändler bitten solltet: Ich hätte gerne einen Rosé aus Frankreich.
Worauf Ihr beim Trinken achtet: Auf die eigene Stilistik eines Rosé: aromatisch eher rotfruchtig, weniger Säure als die Weißweine aber noch meilenweit von der Wucht eines Rotweines entfernt. Trinkt den Wein gut gekühlt und lasst auch mal einen Schluck etwas wärmer werden, dann werdet Ihr feststellen, dass er ähnlich schal wird wie ein zu warmer Weißwein.
Wenn er Euch schmeckt: Glückwunsch, das erleichtert die Suche nach einem passenden Essensbegleiter, denn Euch stehen drei Weinfarben zur Auswahl. Versucht den Rosé unbedingt zum Grillabend. Und probiert die leichteren Varianten, etwa aus Deutschland und auch mal einen Rosé mit etwas Restzucker.
Wenn er Euch nicht schmeckt: …ist das kein Beinbruch. Es gibt viele ambitionierte Weintrinker, die der Überzeugung sind, Rosé sei überflüssig. War er Euch zu mächtig, zu rau oder zu alkoholisch?
Welche Folge schaut Ihr dazu? 2, 19

 

Wein 8: Spätburgunder

Der achte Wein ist der erste Rotwein, ein Deutscher aus der Spätburgunder-Rebe. Das ist Kategorie 2 der Rotweine, denn Kategorie 1 lassen wir weg. Wer wissen will warum, der schaut noch einmal Folge 6.

Rebsorte: Spätburgunder
Herkunft: Deutschland, das konkrete Anbaugebiet ist egal.
Eigenschaften/Um was Ihr euren Weinhändler bitten solltet: Ich hätte gerne einen trockenen, deutschen Spätburgunder mittlerer Preisklasse, nicht vollständig in neuem Holz ausgebaut.
Worauf Ihr beim Trinken achtet: Auf die Struktur, die von Säure getragen wird – ein Rotwein mit der Struktur eines kräftigen Weißweins halt.
Wenn er Euch schmeckt: Ihr mögt Eleganz. Ob Ihr sie der Kraft vorzieht, gilt es als nächstes herauszufinden.
Wenn er Euch nicht schmeckt: Dann probiert Ihr später einen Pinot aus dem Barrique, erst mal machen wir aber mit anderen Weinen weiter.
Welche Folge schaut Ihr dazu? 2, 6, 13, 16

 

Wein 9: Der Frauenwein

Der neunte Wein ist die mollige Wuchtbrumme aus Folge 6. International ist Merlot die verbreitetste Rebsorte, aus der dieser Wein entsteht. Wir wählen aber eine in Deutschland sehr populäre Alternative.

Rebsorte: Primitivo
Herkunft: Süditalien
Eigenschaften/Um was Ihr euren Weinhändler bitten solltet: Ich hätte gerne einen typischen Primitivo. Bitte keinen Zinfandel aus Kalifornien als Ersatz andrehen lassen, auch wenn das die gleiche Rebsorte ist und bitte nicht wundern, wenn der Primitivo wenig kostet; die Rebsorte ist Basis vieler Weine mit gutem Preis-Leistungsverhältnis.
Worauf Ihr beim Trinken achtet: Einfach genießen. Vermutlich meldet sich eine satte Frucht zu Wort, Alkohol sorgt für Fülle und Zufriedenheit. Der Wein ist, wenn er gut ist, mit dem Wort ‚lecker‘ hervorragend beschrieben (und wenn er typisch ist, riecht er ein bisschen nach Weihnachten). Wahnsinnig komplex ist er wahrscheinlich nicht.
Wenn er Euch schmeckt: Am Anfang sollte die satte Frucht und Gefälligkeit Euch auf jeden Fall schmecken, ob das immer so bleibt, zeigt die Zeit.
Wenn er Euch nicht schmeckt: Ist er zu marmeladig? Dann versucht es mit einem Wein aus einer etwas kühleren Ecke, etwa einem Merlot aus dem Norden Italiens. Oder ist das alles zu kuschelig? Dann weiter im Text.
Welche Folge schaut Ihr dazu? 6, 13, 21

 

Wein 10: Der Liebling der Deutschen: Chianti

Der zehnte Wein liegt geschmacklich zwischen den Weinen 8 und 9: Italiens Sonne wirkt auf eine dünnschalige Traube, die sich Ihre Säure auch in warmen Lagen bewahrt. Vorhang auf für den Chianti.

Rebsorte: Sangiovese
Herkunft: Toskana
Eigenschaften/Um was Ihr euren Weinhändler bitten solltet: Ich hätte gerne einen Chianti oder Chianti Classico, keinen Riserva aber bitte keine Massenware. Leider gibt es auch Chianti für 2,30 Euro, der nicht die Eigenschaften aufweist, nach denen wir hier suchen.
Worauf Ihr beim Trinken achtet: Auf die Unterschiede zu Wein 8 und 9. Er sollte sich in Sachen Körper, Tannin und Säure in der Mitte zwischen beiden bewegen.
Wenn er Euch schmeckt: Dann esst einen Teller Nudeln dazu, die Kombi ist unschlagbar. Danach vertieft Ihr eure Sangiovese-Erfahrung mit einem Riserva aus dem gleichen Gebiet und einem Brunello zu einem besonderen Anlass.
Wenn er Euch nicht schmeckt: Dann ganz schnell weiter mit dem nächsten Wein, wir müssen einen Rotwein für Euch finden.
Welche Folge schaut Ihr dazu? Die spezifischen habt Ihr zu den Weinen davor gesehen, also vielleicht ein paar allgemeine: 1, 4, 26-28

 

Wein 11: Der Männerwein

Der elfte Wein ist der gerbstoffreiche Wein, den wir in Folge 6 als Männerwein bezeichnen – und auch hier der Hinweis, das hat nichts mit überkommenen Rollenbildern oder Vorurteilen zu tun, sondern fußt auf statistisch belegbaren Vorlieben ;-)

Rebsorte: Cabernet Sauvignon oder davon dominierte Cuvée
Herkunft: Beliebig, aber ruhig eine etwas wärmere Ecke.
Eigenschaften/Um was Ihr euren Weinhändler bitten solltet: Ich hätte gerne einen nicht zu teuren Wein mit hohem Cabernet Sauvignon Anteil, den ich jetzt schon trinken kann. Viele dieser Weine brauchen noch Flaschenreife und warten wollen wir nicht.
SyrahWorauf Ihr beim Trinken achtet: Versteht Ihr jetzt, dass man diese Weine als Männerweine bezeichnet? Trinkt ihn zum geschmorten Fleisch oder zum Steak mit brauner Bratensauce. Merkt Ihr, wie er sich verändert und zugänglicher wird (letzteres ist kein garantiertes Erlebnis)?
Wenn er Euch schmeckt: Juchhe, willkommen in der Welt der lagerfähigen Weine, die preislich kein Limit nach oben kennen. Plant schon mal die baulichen Maßnahmen für euren Weinkeller und (möglichst legale) Initiativen zur Einkommenssteigerung.
Wenn er Euch nicht schmeckt: Das mit dem Männerwein wird überbewertet. Man kann auch ein ganzer Kerl sein und keinen Cabernet mögen. (Und Frauen, die den Wein nicht mögen, dürfen sich bestätigt fühlen.)
Welche Folge schaut Ihr dazu? 18, 20

 

Wein 12: Elegante Sonne in Flaschen

Der letzte Wein dient wieder vor allem dem Bestimmen des eigenen Geschmacks und nicht so sehr der Verdeutlichung bestimmter Lehrinhalte unserer Weinschule.

Rebsorte: Syrah (oder Shiraz, wie die Rebsorte vor allem in Australien heißt)
Herkunft: Beliebig, aber ruhig ein etwas gemäßigtes Klima.
Eigenschaften/Um was Ihr euren Weinhändler bitten solltet: Ich hätte gerne einen Syrah, der zwar auf der fruchtigen Seite steht, aber nicht so eine Trinkmarmelade mit 15% Alkohol. Auch sollte er nicht über ein Maximum an Tannin und Holz verfügen. Die Rebsorte ist sehr wandlungsfähig und für verschiedene Ausbaustile geeignet, weswegen Ihr euren Händler recht detailliert briefen müsst.
Worauf Ihr beim Trinken achtet: Auf die schnörkellose Frucht – wenn Ihr das mit dem viel weiter nördliche gewachsenen Spätburgunder (Wein 8) vergleicht, versteht Ihr, warum Wein nie langweilig wird. Er besitzt so viele Facetten wie kein anderes Genussmittel.
Wenn er Euch schmeckt: Dann weg vom Computer und vor den Kamin, und dann einfach mal ein bisschen über Wein reden – aber bitte nicht den Weinspacken machen.
Wenn er Euch nicht schmeckt: Syrah ist die Rebsorte, von der man mindestens drei verschiedene (nördliche Rhone, international gemäßigt, heiß und marmeladig) getrunken haben muss, bevor man sich ein abschließendes Urteil bildet.
Welche Folge schaut Ihr dazu? Alle, die jetzt noch fehlen (oder Ihr schaut in den Kamin).

Zum Online-Verkostungspaket der Webweinschule

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Kommentare (4)

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Lukas
06. Mai 2017 um 03:00
Hallo Anja und Felix, ich möchte mit Freunden eine Weinverkostung mit Weinen aus dem Webweinschule-Verkostungspaket machen, dabei aber nur 2-3 Weine jeweils öffnen. Welche Kombinationen der Weine aus dem aktuellen Paket könnt ihr für solch eine Verkostung empfehlen? Ich bin gespannt auf eure Ideen. Grüße Lukas
Felix
07. Mai 2017 um 17:06
Paarweise bietet sich folgendes an: die beiden Rieslinge, weil ja alles fast identisch ist, bis auf den Restzucker oder die beiden Chardonnays, wie es schon im Booklet beschrieben ist. Rot dann der Spätburgunder und Merlot, um einfach zu zeigen, wie breit das Spektrum beim Thema Rotwein ist, vielleicht dann noch den Petit Sirene dazu, um zu zeigen, wie sehr sich die Cuvée vom reinsortigen Merlot unterscheidet, oder den Chianti, den Bordeaux und den Tempranillo, als 'die drei wichtigsten Rotweine der drei größten Weinerzeugerländer'. Auf jeden Fall viel Spaß und berichte doch mal, wie es war und was Du tatsächlich gemacht hast. Viel Erfolg. Felix
Beatrice
24. Juni 2016 um 23:19
Hallo Anja und Felix, ich schaue sehr gerne Euere Videos an und ich finde ihr bringt es sehr gut rüber was man alles über Weine wissen und kennen soll. War und bin total begeistert. Frage zur euere Weinpaket, wann gibts die wieder?! Bei KM war auch nicht verfügbar. Mit freundlichen Grüßen Beatrice
Felix
28. Juni 2016 um 09:11
Hallo Beatrice, vielen Dank für Deine netten Worte. Das Weinpaket kommt Ende Juli wieder. Wir kündigen das dann separat an. Viele Grüße Felix
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