Folge 57: Roséwein

Roséwein nehmen viele Weintrinker nicht ernst, tuen ihn als Sommerdrink ab. Zu Unrecht! Wir erklären, was es mit Rosé auf sich hat und was Ihr unbedingt probieren müsst. 

Roséwein ist eine dritte Weinart, gleichberechtigt neben Weiß- und Rotwein, sagen die einen. Roséwein ist eine komplett überflüssige Belanglosigkeit, sagen die anderen. Letzen Endes ist das Geschmacksache. Doch um für Euch eine Antwort auf die Frage: brauche ich Rosé? zu finden, schadet etwas Hintergrundwissen nicht. Also widmen wir uns ganz neutral der Frage: Was ist Roséwein?

Roséwein – die gängigen Methoden

RoséweinRosé kann auf eine von zwei Arten entstehen. Blaue Trauben speichern ihre Farbstoffe in der Schale. Also quetscht der Winzer die Trauben an und lässt die Maische, das Gemisch aus Saft und angequetschten Trauben, stehen, wenn er Farbstoffe auslaugen möchte. Tut er dies über wenige Stunden, verfärbt sich der Traubenmost lachsfarben bis dunkelrosa. Dann presst er die Maische und vergärt den Saft. Die zweite Möglichkeit ist, die Trauben auf die Kelter zu schütten und dort einige Stunden liegen zu lassen. Dann öffnet der Winzer den Hahn und lässt den Most ablaufen, der durch das Eigengewicht der Trauben ausgequetscht und rosa gefärbt wurde. Die verbleibende Maische auf der Kelter hat dann ein größeres Verhältnis Schalen zu Saft und ergibt einen intensiveren Rotwein. Den vorher abgezogenen Most, der auch Vorlauf genannt wird, vergärt der Winzer zu Rosé. Dieses Verfahren heißt auch Saigné-Verfahren, Nach dem französischen Wort für Aderlass.

Roséwein – färben verboten

Es gibt theoretisch noch einige weitere Möglichkeiten Roséwein herzustellen. Die zwei naheliegenden sind aber nur als Ausnahme in einigen Regionen zugelassen und in den meisten Weinländern verboten. Zum einen geht es um die Produktion von Roséwein als Mischung aus Rot- und Weißwein. Das Einfärben des Weines mit Rotwein ist flächendeckend verboten, und genau so flächendeckend als Ausnahme bei Sekt und anderen Schaumweinen erlaubt. Außerdem gibt es eine halbe Ausnahme beim Deutschen ‚Weißherbst‘. Der darf 5% Rotwein enthalten, der allerdings aus der gleichen Ernte wie der weiß gekelterte Wein stammen muss.

Die andere Möglichkeit ist Roséwein aus roten Trauben zu keltern. Rotweintrauben sind blau bis blauschwarz. Es gibt aber auch rote Trauben. Die bekanntesten sind der Pinot Grigio oder Grauburgunder, sowie der rote (Gewürtz-)Traminer. Verarbeitet man diese Trauben, als wolle man einen Rotwein keltern, erhält man einen Rosé. Doch ist dies in dem meisten Ländern der Welt verboten, abgesehen von Italien. Aufgrund der Freizügigkeit in der EU ist der Import italienischen Pinot Grigio Rosés allerdings erlaubt und die Weine sind in Deutschland erhältlich. Allerdings sind sie nur mittelmäßig spannend und erfreuen sich entsprechend auch hierzulande keiner übermäßigen Beliebtheit.

Rosé-Spezialitäten in der Nische

Die Produktion von Rosé aus Rot- und Weißwein ist verboten. Die gemeinsame Verarbeitung von blauen und grünen Trauben gilt jedoch in vielen Regionen als Spezialität. Wohlgemerkt: die Trauben müssen schon vor der Einmaischung vermengt werden. Der fertige Wein ist zwar ein Roséwein, heißt aber Rotling. Dazu hat er in vielen Gebieten einen speziellen Namen. In Sachsen heißt er Schieler, in Württemberg Schillerwein. In Baden existiert noch eine besondere Spielart aus roten und blauen Trauben, genau genommen aus Grauburgunder und Spätburgunder, die zu einem Roséwein mit dem Namen Badisch Rotgold verarbeitet werden.

Im Video haben wir noch einige konkrete Tipps, welche Art von Roséwein man mal getrunken haben sollte. Das reicht vom frischen deutschen Pinot-Rosé mit einem Hauch Restzucker, über den klassisch trockenen aus der Provence bis zum Icon-Rosé, dem Garrus von Chateau Desclans. Schaut selbst – in der Folge über Roséwein.

 

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